Manchmal
überrollen einen die Ereignisse, ohne eigenes Zutun. Und man steht staunend
davor, während die Dinge von selbst von einem zum anderem kommen und sich
weiterentwickeln. So geschah das auch mit dem Buch "Wenn der Himmel seine
Augen verschliesst".
Mein Buch, das
eigentlich niemals als solches gedacht war, ist mehr ein Zufallsprodukt. Die
Geschichten waren e-mails an meine liebe Freundin Martina Szyszka in Wuppertal,
die ich irgendwann im Jahre 2007 über die Tierschutzarbeit über das Internet
kennengelernt hatte.
Eines Tages
fragte sie mich, ob sie meine Schreiben auf ihrer Seite www.sos-galgos.net veröffentlichen dürfe. Ich war
erstaunt und wusste nicht so recht, was ich antworten sollte. Schliesslich
standen da auch private Dinge in den e-mails, von denen ich nicht unbedingt
mochte, dass sie fremde Menschen lasen.
Nach längerem
Abwägen sagte ich schliesslich zu. Die Leser meiner Erzählungen waren
begeistert und ich verblüfft darüber. Eine Leserin, Birgit Lang, kurz: Gitta,
legte mir immer wieder eindringlich nahe, meine Texte an Verlage zu schicken.
Ich würde sehr gut schreiben, meine Schilderungen gingen zu Herzen.
Doch es gingen
noch mindestens zwei Jahre ins Land, bis ich endlich auf ihre Bitten einging.
Trotzdem war ich mir nicht sicher, wer meine hausgemachten Berichte lesen
sollte. Ich stellte ein Manuskript zusammen und sandte dieses an verschiedene
Verlage. Man war von den Texten begeistert. Und ich verblüfft.
Noch immer
recht ungläubig nehme ich hin und wieder mein Buch, von dem ich mich fragte,
wer das wohl lesen sollte, in die Hand. Doch die Reaktionen, die bisher
eingingen, geben Aufschluss darüber, dass meine Worte zu Herzen gehen, dass sie
oft erschüttern, doch auch Heiterkeit hervorrufen. Vor allem aber, den Tieren immer wieder Sternstunden bescheren.
Als Appetitmacher
hier vier Auszüge aus meinem Buch:
Auf dem Weg in ein neues Leben
Er sass mit gekreuzten Beinen auf dem Laken, während sie in der Hocke
wartete. In der Stille der Nacht konnte man ihr
Zähneklappern hören, nicht
etwa vor Kälte, sondern wegen dem Fieber, das sich am Nachmittag vor der
etwa vor Kälte, sondern wegen dem Fieber, das sich am Nachmittag vor der
Rettung eingestellt hatte. Aber die Rettung
war geplant und wurde durchgezogen. Denn dieses Tier würde nicht einen Tag länger in seiner Einzelhaft bleiben.
Das Ende der Stierkämpfe in Katalonien
Ich war sprachlos und verstand
nicht so recht, was er meinte. Doch es war schon zu spät. Einer der Taurinos -
Befürworter der Stierkämpfe - hatte mich gesehen und brüllte: „Eine
Antitaurina. Das ist eine Antitaurina. Mach, dass du weg kommst!“ Ich
dachte, ich höre nicht richtig.Da kam er schon auf mich zu, wie ein Besessener.
"Geht auf sie los!“ , schrie er. Mein Bekannter stellte sich
schützend vor mich, während er mich weiter ins sichere Lager schob.
Die jüngeren Taurinos kamen
geschlossen und fluchend auf mich zu. Ich war vollkommen sprachlos. Soviel zum
Thema, dass wir „Anti-Taurinos“ gewalttätig seien. Zum Glück stellten sich vier
bewaffnete Polizisten wie eine Mauer zwischen uns. Sonst wäre ich wohl kaum mit
heiler Haut davon gekommen.
Ein fast normaler Tag im Leben einer Tierschützerin
Heute morgen
erreichte mich eine sehr besorgniserregende SMS von Caroline: Fast hat man mich festgenommen.
Mir war gleich klar, es kann nur in Zusammenhang mit irgendeiner
Katzenrettungsaktion stehen. Zuhause wurde dann meine Neugier gestillt,
folgende Mail befand sich in meinem Postfach:
Ach Martinchen….
fast hättest Du sammeln müssen, um mich aus der U-Haft zu holen.
Wenn einer eine Reise tut, ....
Ich lag schon 10
Minuten hinter der Zeit, was hiess, dass ich jetzt mit 120 Sachen über die
Autobahn rasen musste und nicht wie üblich mit 80 km/h herumtuckern konnte. Nun
denn. Los gings. Letzter Blick nach hinten zu Inca, die ganz verstört in ihrer
Box saß und nicht wusste, was da nun geschah. Armes Ding.
Die
Schuhmacher-Gene, die wohl jeder Deutsche von der Zeugung an in sich trägt,
kamen bei mir auf der Autobahn voll zum Ausbruch.
Nicht umsonst sind
wir Deutschen als Raservolk Europas verschrien. Es liegt wohl irgendwie in
unserer Natur, und nicht erst seitdem unserer vielfacher Formel-I-Weltmeister
unter uns weilt.
So raste ich denn
mit angelegten Ohren und konzentriertem Geschwindigkeitsgesicht gen Barcelona.
Das alte Auto klapperte und quietschte an allen Ecken und Enden, aber der
Gedanke, zu spät zu kommen, das Flugzeug zu verpassen, liess mich nur noch mehr
aufs Gaspedal treten. Ich überholte alle aus dem Bett gefallenen und mit 60
Sachen dahinschleichenden Spanier (Hihi, Vergleich Schuhmacher:Alonso).
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