Montag, 20. April 2015

Heribert, der Kröterich aus dem Kohlfeld, Teil 1: Die Rettung



Heribert, der Kröterich aus dem Kohlfeld 
Teil 1: Die Rettung


An einem beschaulichen Herbstmorgen raschelt es unter den Kohlblättern. Kröterich Heribert ist auf einem Rundgang durch sein Revier.
Was er nicht weiss, dass etwas weiter weg der Traktor, der sein Kohlfeld umpflügen wird, bereitsteht und ihn unweigerlich zerquetschen würde oder ihn so schwer verletzen, dass er an den Wunden sterben müsste.


Doch davon kann er nichts wissen und so läuft er zufrieden mit seinem Krötenleben zwischen Blumenkohl und allerlei Wildgräsern  auf der Suche nach Schnecken und Würmern umher.



Damit sich Heribert aber weiterhin seines Lebens erfreuen könnte, sieht er sich plötzlich in einer Einkaufstüte, in der er mit dem Auto weit weg von dem Kohlfeld gebracht wird, wieder.

Heribert erzürnt: Was soll das denn jetzt? Was macht man hier mit mir?





Dies wird sein künftiges Zuhause sein:
Ein Teich bei einem Bauern aus dem Dorf. Hier ist er sicher vor Traktoren, sonstigen menschlichen Forbewegungsmitteln und dem Menschen selbst. Und durch die Umzäunung kommen auch keine Fressfeinde wie Marder oder Schlangen herein. Besser geht es also gar nicht.








Heribert wird am Teichufer mit dem Schal, der in der Einkaufstüte war, abgesetzt.

Stumm starrt er auf die neue Umgebung und rührt sich nicht.

Heribert schluckt schwer: Wo bin ich denn jetzt gelandet? 



Die Aufregung und Anspannung waren so gross gewesen, dass Heribert erst mal seine Blase entleeren muss. Auf dem Schal  des Menschen, der ihn aus dem Kohlfeld gerettet hat. Nun ja, wofür gibt es Waschmaschinen?







Danach kommt dann Leben in Heribert. Er bringt sich erst einmal in Sicherheit. Er kennt seine neue Umgebung nicht. Überall könnten Feinde lauern.


Heribert: Schnell weg hier. Nicht, dass noch ein Rabe oder ein Reiher des Weges geflogen gekommen und ich sitz da wie auf dem Präsentierteller. Oder diese Menschin hier. Vielleicht denkt die, ich bin ein Frosch und will mich noch küssen, um zu sehen, ob aus mir ein Märchenprinz wird. Wäre ja entsetzlich!





Heribert: Uff. Hier im Gebüsch bin ich erst mal sicher. Wo bin ich überhaupt und was mach ich hier? So glücklich wie ich war in meinem Kohlfeld und jetzt das.
Heribert nimmt Witterung auf. Irgendwie liegt ein ihm bekannter Geruch in der Luft.
Heribert: Hier riecht es nach ´was, was mir bekannt ist.


Heribert beugt sich weiter vor, versucht, dem Geruch eine Richtung zu geben.

Heribert: ..... Ja also, wie..... weiss nicht, wie ich sagen soll .... ich meine, ..... Hier riecht es praktisch wie zu meiner Kindheit, als ich noch eine Kaulquappe war.







Da plötzlich der Moment der Erkenntnis.

Heribert jauchzt:
Klar! Wasser! Es riecht hier nach herrlich modrigem Teichwasser. Unglaublich!
Da stürz´ ich mich doch gleich mal in die Fluten. Meine Güte, wie lange ist der letzte Wasserausflug schon her!


Und schon taucht Heribert ab.

Heribert: 
Aaaah, tut das gut. Wunderbar kühl. Und was es hier alles zu entdecken gibt.










Whoopey, der Teichfisch, frohlockt. Er muss schon lange einsam und allein im Teich seine Kreise ziehen. 
Ausgesetzt von einem verantwortungslosen Menschen, dem er überdrüssig geworden war. Mit Heribert würde er sich gerne den Teich teilen, so käme etwas Abwechslung in sein Leben.





Heribert freut sich seines Lebens. Ja, das ist was anderes als das trockene Kohlfeld. Juhuuuuu. Leben. Zukunft.

Mit voller Kraft pflügt  er durch die Teichfluten.





Irgendwie scheint sich Heribert plötzlich an den Menschen, der ihn hierher gebracht hat, zu erinnern.

Er taucht auf und schaut lange auf die menschliche Figur am Teichufer, die sich fragt, was der Kröterich ihr mit seinem Blick wohl sagen will.






Heribert: 

Echt cool hier. Danke für´s Herbringen.






Danach dreht Heribert geschäftig ab. Für ihn ist die Angelegenheit mit dem Menschen damit erledigt.
Er hat sich schliesslich höflich bedankt. Mehr kann man nicht erwarten.


Er will jetzt erst einmal sein neues Zuhause erkunden.



Nicht vergessen, Teil 2 zu lesen


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