Samstag, 14. März 2015

Das heiss umkämpfte Liegekissen, Teil 1


Das heiss umkämpfte Liegekissen




Susannita nutzt frech die Abwesenheit von Bobby, um sich deren Liegekissen unter die Kralle zu reissen. Wichtig scharrt sie sich eine Mulde in das weiche Kissen und schüttelt kräftig ihr Federkleid, um sich fester hineinzudrücken.



Susannita frohlockt: 
Hier bekommen mich keine 10 Pferde mehr weg. Das ist ja ein idealer Platz hier. Schön weich, schön warm. Toll zum Ausruhen und Eierlegen.





Doch da...........



Bobby kommt von ihrem Kontrollgang durch den Garten zurück und freut sich schon auf eine Siesta auf ihrem Plätzchen, ihrem Liegekissen.

Verblüfft hält sie inne, als sie Susannita auf ihrem Kissen ausmacht.







Bobby fassungslos:   

Ich glaub´s nicht. Das gibt´s doch nicht. Das ist doch die Nervensäge von vor ein paar Tagen. 
Die, die mir auf den Rücken gestiegen ist. So langsam steigt sie mir auf´s Dach, wenn ich nicht aufpasse.











Bobby ratlos: 

Und was mach ich jetzt? Ich werde meines Kissens verwiesen und muss nun auf dem harten Boden schlafen. Es scheint, ich hab´ hier nix mehr zu sagen.












Wie um ihren Anspruch auf das Liegekissen noch zu bekräftigen, schüttelt Susannita immer wieder wichtig ihr Federkleid und plustert sich dick auf, um Bobby zu beeindrucken. 





Als Bobby vorsichtig zu Susannita hinüberäugt, bekommt sie von der wichtigtuerischen Henne einen scharfen Blick zugeworfen, der einen zu Eis gefrieren lässt.





Trotzdem wagt Bobby einzuwenden: Sag mal du. Wie soll das hier denn noch weitergehen? Musst du mir denn ständig in die Quere kommen?







Susannita mault: 
Dann pass eben besser auf deine Sachen auf und lass sie nicht einfach so rumliegen. Und überhaupt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Punktum. Das ist jetzt mein Liegekissen





Bobby vorwurfsvoll: 
Das ist der Dank dafür, dass ich Tag und Nacht aufpasse, dass hier weder Fuchs noch Marder reinkommen? Dass euch kein Raubvogel mitnimmt?
Jaja, Undank ist der Welt Lohn.





Doch sie stösst bei Susannita auf taube Ohren. Die sture Henne denkt nicht daran, Bobby deren Liegekissen zu überlassen und kuschelt sich demonstrativ noch tiefer ins Kissen hinein.
Susannita: Und? Bekommst du nicht immer wieder mal ein Ei von uns Hennen? Wir sind also quitt. So seh ich das.


Bobby lacht bitter auf: Hin und wieder ein Ei? Damit glaubst du, dich rechtfertigen zu können?
Ich lauf mir hier die Pfoten wund, gehe den Zaun mehrere Male am Tag ab, verbelle jeden, der euch zu nahe kommt. Ich beschütze hier uns alle. Ich bin nämlich ein Hütehund. Und ob´s mir nun passt oder nicht,  muss ich auch über euch Hennen wachen, da ihr mir anvertraut worden seid.  

Dafür kann man ja wohl etwas Rücksicht verlangen, oder?


Doch Susannita ist bockig wie ein alter Esel. Weiter sucht sie nach Argumenten, mit denen sie ihr Verhalten rechtfertigen könnte.
Und findet natürlich keine. Missmutig  und stumm blickt sie vor sich hin.

Da nähert sich von der Seite Thusnelda, um zu sehen, was da los ist.

Als sie das Liegekissen betritt, wird Susannita sauer.
Susannita: Hey. Mach, dass du hier runterkommst. Du hast mir jetzt gerade noch gefehlt.
Hab schon genug mit der Dicken hier zu tun, die mir das Kissen wegnehmen will.
Thusnelda: Nun mach mal halblang. Dass du dich auch immer so wichtig nehmen musst.
Bobby grinst: Genau. Gib´s ihr.




Susannitas Laune sinkt auf den Nullpunkt:
Ich warne dich. Mach dich vom Acker. Mach dich von meinem Kissen. Aber dalli.
Thusnelda: Nun hab dich doch nicht so, Menschenskinder.







Thusnelda schaut sich unbekümmert um. Etwas auf dem Tisch hat ihre Aufmerksamkeit erregt und sie überlegt, ob sie da mal schnell hochfliegen soll.



Susannita hilft ihr beim Nachdenken.
Wütend zwickt sie Thusnelda in die Beine.

Thusnelda kreischt: Autsch. Sag mal. Geht´s noch, du dummes Huhn du? 









Susannita warnt vor: Dass das ein für alle Mal klar ist: Das ist ab jetzt mein Kissen. Meines.

Ich rate keinem, sich diesem auch nur zu nähern. Sonst geht´s dem so wie eben Thusnelda.






Susannita kategorisch: Ich werde mein Eigentum bis auf´s Blut verteidigen.

Wer will, bekommt dann meinen Schnabel zu spüren. Und wie ich sehe, hat hier die grosse Mehrheit kaum noch einen Schnabel. Von daher bin ich absolut im Vorteil.







Bobby ist der Diskutiererei überdrüssig geworden und hält erst mal eine Siesta.
Das Leben als Hütehund ist schliesslich recht anstrengend.
Auch Susannita entspannt sich siegessicher.
Was sie allerdings nicht weiss, dass sie zwar die Schlacht gewonnen hat, aber nicht den Krieg.



Da wird sie vom fröhlichen Gegacker ihrer Freundinnen geweckt.


Susannita schaut neidisch zu ihnen hinüber wie sie sich auf dem Hennenhain gackernd vergnügen und überlegt, ob sie sich kurz zu ihnen gesellen soll.
Sie hat zwar das Liegekissen erobert, aber viel los ist auf dem nun auch nicht. Sich so ganz allein im Schein des Sieges zu sonnen, macht auch nicht gerade viel Spass.


Susannita beobachtet die schnarchende Bobby scharfen Blickes.

Susannita: Schläft die wirklich oder tut die nur so?  Soll ich´s wagen oder nicht?




Doch dann macht sie sich flink auf, um sich zu ihren Freundinnen zu gesellen. Dort kann sie dann ein bisschen mit ihrem Sieg über den Hütehund angeben.





Darauf hat Bobby nur gewartet.
Kaum ist Susannita um die Ecke verschwunden, wird sie auf wundersame Weise ganz plötzlich wach.

Bobby: Hähä. Jetzt bin ich am Zug. Die wird sich wundern, wenn die wieder zurückkommt.














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