Montag, 9. März 2015

Futterprobe in Mümmelhausen


Im eleganten Mümmelmanngehege wird zur Grünfutterprobe geladen
Fellvorschrift: Smart Casual. Will heissen: Hasenherren im leichten Fellpolo und Sakko und die Hasendamen im gescheckten oder einfarbigen Fell-Twinset.
Zur Kostprobe liegen bereit:                                                                     Frisches Gemüse direkt vom Bauern Joan, allerlei Restblätter vomWochenmarkt des Dorfes und frisch geschnittene Grassorten gemischt mit Kräutern, Klee und Blumen aus der Umgebung.


Im Mümmelmanngehege herrscht schon seit Tagen Aufregung. So eine Grünfutterprobe findet bei ihnen zum ersten Mal statt und sie wollten sich nicht lumpen lassen. Extra viel Futter wurde herangeschafft (Anm.: unter höchsten Anstrengungen ihrer Pflegerin, die bis in die Nacht hinein schuften musste).


Bunny, die Rudelälteste und Mutter einiger Teilnehmer, hält die Begrüssungsrede.  

Danach beginnt die elegante Hasengesellschaft sich an dem erlesenen Angebot gütlich zu tun.











Und? Was hältst du von diesem Klee?
Nun, er ist frisch und knackig. Und hat Struktur.

Also, ich finde ihn etwas zu hart, zu adstringierend. Finesse besitzt er nicht unbedingt. Würd´ ich sagen.



Also, diese Stangensellerie ist einmalig. Ein intensives Aroma. Sie hat Körper.

Ganz deiner Meinung. Sie hat Charakter und einen ausgezeichneten Abgang.





Wass willst du danach probieren? Rot- oder Weisskohl?


Mir egal. Ich bin farbenblind.





Kind. Iss langsam. Du bist eigentlich noch viel zu klein für so einen Anlass. 

Hinterher hast du Bauchschmerzen.





Ich und klein? Aber Mami. Schau mal, wie gross ich schon bin. Soooooo gross.





Sag mal, hast du ne Ahnung, von was die Grossen da reden?Von wegen „Abgang“ und „Struktur“ und so.

Neeeee. Null Ahnung was die so daherschwafeln. Die Möhre schmeckt doch ein bisschen einfach nur super lecker.
Allerdings. Rück mal rüber und lass mich auch mal knabbern, du Gierschlund.

Ausgezeichnet. Ganz ausgezeichnet. Beste Auslese. Die haben hier aber richtig was springen lassen. Donnerwetter.
Dieser Salat hat ein ganz individuelles  Perfil. Nun, er hatte. (grins). Ich hab nichts mehr übrig gelassen.


                    



Kindchen, das ist noch nichts für deinen kleinen Magen.  Nur einen kleinen Happen. Sonst müssen wir hinterher wieder in der Nacht zum Tierarzt rennen, wenn dein Magen rebelliert.
Jaja, schon gut, Mami. Ich wollte nur wissen, wie das schmeckt. Ich ess auch gar nicht viel davon. Ich knabber nur ein bisschen. Versprochen.

Ach, mit Kindern kann man einfach nirgends hingehen. Ständig muss man auf sie aufpassen.       Allerdings. Wir Mütter machen schon was mit. Nicht mal bei diesem Anlass können wir uns entspannen.

Ich kann die Textur dieses Kohls gar nicht richtig geniessen, weil ich ständig ein Auge auf meine Kleinen haben muss.


Dieser Endiviensalat ist wunderbar blumig. Und hat Rasse. Davon könnte ich gleich mehrere Köpfe verputzen.
Mami, wenn der nach Blumen schmeckt, darf ich dann auch mal ein bisschen dran knabbern?




Dieser Löwenzahn hat einen herrlich langen Abgang. Sicher hat er lange auf einer Waldwiese gereift. Er hat ein wunderbares fruchtiges Aroma.
Olfaktorisch wahrgenommen erinnert er mich an frische Brombeeren, die an einem Feiertag an einem sonnigen Waldhain gepflückt wurden.








Find ich jetzt nicht. Gustatorisch empfinde ich ihn eher als ein Gemisch aus Harz und Vanille. 
Also eher ein balsamischer Löwenzahn, meiner Meinung nach. 
Er schmeckt so wunderbar nach sonnendurchflutetem Tannenwald.




Uff, mir ist irgendwie schwindlig. Ich glaube, ich hab nen Schwipps. Hab´wohl zuviel Kohl probiert.
Keine Sorge, meine Liebe. Ich stütz dich. Ruh dich erst mal ein bisschen aus.
Ja, ich werde ein kleines Nickerchen halten. Danach gehts mir sicher besser (hicks). I






Ein unerwarteter Gast taucht auf: Estrellita, die Hauskatze

Buaaah. Wie das stinkt. So was würde ich niemals fressen. Ein Steak. Gut abgehangen. 
Ein frisches Mäuschen. Oder ... heheheeeee.... ein unvorsichtiges Hasenjunges. 


Werd mich mal umsehen. Da hoppeln gerade einige herum. Vielleicht läuft mir ja eins vor die Pfote.


 


Liebe Gäste. Liebe Freunde. Zum Ausklang dieses geselligen Beisammenseins wird auf der unteren Wiese ein herrlich duftender und knochentrockener Laib Brot gereicht.
Wenn ihr euch dann mal die Treppe nach unten begeben wollt, bitte.
(Mit Seitenblick auf Estrellita) Eltern wollen ihre Jungen besser fest an der Pfote halten. Vorsichtshalber.


Mann, das ist jetzt aber ne gelungene Überraschung.
Allerdings. Und jetzt brauchen wir nicht mehr so geschwollen daherreden, oder?
Nee, jetzt kannste quatschen wie dir der Schnabel gewachsen ist.
Ok. Das Brot schmeckt saulecker. Voll geil.
Ja, hat nen super Abgang.

Ich geb dir gleich eins über die Rübe. Von wegen „Abgang“. Voll lecker!!!!


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